Ein Dinosaurier in der Stralsunder Firmenlandschaft – das ist das Autohaus Dangel. 1949 von Helmut Schoschies in der Richtenberger Chaussee gegründet, kann die ehemalige Robur-Vertragswerkstatt auf über 60 Jahre Betriebsgeschichte zurückschauen. „Helmut, der Großvater meines Mannes, war ein göttlicher Typ“, erinnert sich Marita Dangel. Die Gemütlichkeit in Person schlurfte er, Zigarre rauchend, morgens mit der Kasse unterm Arm in die Werkstatt. Dann wurden die Arbeiten für den Tag besprochen. Diese waren zu jener Zeit immer Abhängig von den vorhandenen Materialien, doch Helmut Schoschies und seine Kollegen fanden fast immer eine Möglichkeit wie man die Probleme lösen konnte und dies sprach sich herum und es war die Grundlage für eine erfolgreiche Geschäftstätigkeit“, erinnerte sich Gerhard Dangel.

Nach fast 30 Jahren, 1978, übergab Schoschies die Geschäfte an seinen Schwiegersohn Lothar Dangel und dessen Frau Helga. Bereits im gleichen Jahr begann der heutige Geschäftsführer, Gerhard Dangel, im elterlichen Betrieb als KFZ-Mechaniker zu arbeiten. 1979 heiratete er seine Frau Marita, die drei Jahre später ebenfalls in der Werkstatt anfing. Zu DDR-Zeiten wurden vor allem Lieferwagen repariert. „Wenn wir Ersatzteile brauchten, war das immer ein Riesenakt“, erinnert sich Gerhard Dangel. Alle paar Wochen wurde ein Lieferwagen mit Naturalien bepackt. Das reichte von Aal über Wurst bis hin zu Torten. Mit allen diesen Utensilien ging es dann auf Fahrt quer durch die Republik. Nach der mehrstündigen Fahrt über die Landstraßen, kam man in Zittau an und dann kamen die einzelnen „Türöffner“ zu Anwendung. Die Sekretärin wurde freundlicher, als sie die Torte schnupperte, der Lagermeister nahm sein Schlüsselbund gleich in die Hand, nachdem ihm Lothar Dangel einen „Meter Aal“ überreicht hatte. Dann gab es meist alle gewünschten Ersatzteile. Zurück am Sund konnte so die Mannschaft mit der Abarbeitung der Aufträge beginnen.

Der junge Gerhard Dangel nahm oft an diesen Fahrten teil. Neben seiner täglichen Arbeit hatte er zu jener Zeit noch eine ganz persönliche Aufgabe. „Mein Mann hat ein Auto komplett aus Ersatzteilen aufgebaut“, erzählt Marita Dangel. Der sollte ein paar Jahre später noch eine wichtige Rolle spielen. Zur 750-Jahr-Feier nahm das Familienunternehmen am traditionellen Festumzug zum 1. Mai teil. „Da ich hochschwanger war, durfte ich im Wagen sitzen und zur Tribüne winken“, erinnert sich die Geschäftsführerin lachend. WEITERLESEN...